Bova: die Hauptstadt der Grecìa Calabra unter Italiens schönsten Dörfern

Auf fast 900 Metern in den Hügeln des ionischen Aspromonte gelegen, mit einem bis zum Meer abfallenden Blick, ist Bova die historische Hauptstadt der Grecìa Calabra, jenes Gebiets, in dem noch das Griechisch Kalabriens gesprochen wird. Seine Steinhäuser, Kirchen und die Ruinen des normannischen Schlosses haben ihm einen Platz unter „Italiens schönsten Dörfern“ eingebracht.

Hier ist die griechischsprachige Kultur lebendig: in Ortsnamen, Liedern und der griechisch-kalabrischen Sprache, die seit Jahrhunderten überliefert und vom Linguisten Gerhard Rohlfs erforscht wurde. Bova zu besuchen heißt, in ein authentisches Dorf hinaufzusteigen, fern vom Massentourismus, wo Geschichte, Sprache und Landschaft von einem alten und überraschenden Kalabrien erzählen.

Das Dorf, das normannische Schloss und Sehenswertes

Bova erklimmt man zu Fuß durch Gassen, Treppen und Steinhäuser bis zu den Ruinen des normannischen Schlosses, das über das Amendolea-Tal und in der Ferne über das Ionische Meer wacht. In der Altstadt begegnet man Adelspalästen, geschnitzten Portalen und mehreren Kirchen, während auf der Piazza Roma das Skelett eines Wals ausgestellt ist – ein kurioses Sinnbild der Verbindung des Dorfes zum Meer. Ein Ort, den man langsam erleben sollte, den zweisprachigen Schildern auf Italienisch und Griechisch-Kalabrisch folgend, mit Panoramablicken an jeder Ecke. Bovas Reiz liegt genau in dieser Authentizität, aufgehängt zwischen Berg und Mittelmeer.

Kirchen, die Kathedrale und das religiöse Erbe

Bis ins 19. Jahrhundert Bischofssitz, bewahrt Bova ein bemerkenswertes religiöses Erbe. Die im Lauf der Jahrhunderte umgestaltete Kathedrale der Isodia (Santa Maria dell’Isodia) birgt Kunstwerke und zeugt von der Rolle des Dorfes als Zentrum des Christentums griechischen und später lateinischen Ritus. Unter den Kirchen ragen San Leo, der Schutzpatron des Ortes, und San Rocco hervor, mit ihren Statuen und den Riten, die die Feste prägen. Beim Bummeln fallen steinerne Portale, Inschriften und die Spuren einer Gemeinschaft auf, die byzantinische, normannische und spanische Herrschaft durchlebte, ohne ihre Identität zu verlieren. Jede Kirche erzählt ein Stück der langen Geschichte Bovas.

Die Grecìa Calabra und die griechisch-kalabrische Sprache

Bova ist das Herz der Grecìa Calabra, jenes Gebiets, in dem das Griechisch Kalabriens (das Grecanico oder „Greko“) überlebt – eine griechischsprachige Minderheitensprache, Erbin des Altgriechischen und Byzantinischen. Erforscht und vor dem Vergessen bewahrt wurde sie vor allem vom deutschen Linguisten Gerhard Rohlfs, dem in Bova das Museum der griechisch-kalabrischen Sprache gewidmet ist. Heute arbeiten Vereine und Schulen daran, Wörter, Lieder und Traditionen weiterzugeben, und das Dorf ist Station kultureller Routen zur griechisch-kalabrischen Identität. Wer hier heraufkommt, kann die zweisprachigen Ortsnamen hören, das Museum besuchen und begreifen, wie tief dieses in Italien einzigartige Erbe verwurzelt ist.

Anreise nach Bova und wo übernachten

Bova erreicht man mit dem Auto von Reggio Calabria in etwa einer Stunde: Man folgt der ionischen Staatsstraße bis Bova Marina und dann der Straße, die zwischen Olivenhainen zum Dorf auf fast 900 Metern ansteigt. Nicht zu verwechseln mit Bova Marina, dem Küstenort am Ionischen Meer. Der Besuch erfolgt zu Fuß, mit bequemen Schuhen, und verdient mindestens einen halben Tag, vielleicht kombiniert mit Pentedattilo und dem griechisch-kalabrischen Gebiet. Um diesen Winkel Kalabriens in Ruhe zu erkunden, ist ein Ferienhaus an der Küste von Reggio ideal: von der Meerenge bis zum Ionischen Meer haben Sie einen praktischen Ausgangspunkt für die Dörfer des Hinterlands und die Strände. Prüfen Sie die Verfügbarkeit und senden Sie uns eine Anfrage.