Das griechisch-kalabrische Gebiet: Gallicianò, Roghudi und das griechische Kalabrien

Im ionischen Hinterland von Reggio Calabria, zwischen den Flussbetten und Bergen des Aspromonte, überlebt eine einzigartige Welt: das griechisch-kalabrische Gebiet, in dem jahrhundertelang das Griechisch Kalabriens gesprochen wurde. Ein Land aus hochgelegenen Dörfern, Hirten, Olivenhainen und spektakulären Felsen, lange isoliert und gerade deshalb Bewahrer einer uralten Sprache und ihrer Traditionen.

Von Gallicianò, dem griechischsprachigsten Dorf, über die nach Überschwemmungen verlassenen Geisterorte Roghudi und Chorìo bis zum Flussbett der Amendolea zeigt sich hier das authentischste und am wenigsten touristische Gesicht der Provinz Reggio. Eine Reise ins griechische Kalabrien, zwischen Stille, Panoramen und einer Kultur, die der Zeit trotzt.

Gallicianò, das griechischste Dorf Kalabriens

Als über dem Flussbett der Amendolea gelegener Ortsteil von Condofuri gilt Gallicianò als Akropolis der Grecìa Calabra: Hier ist die grecanische Sprache in den Stimmen der Alten, in Liedern und auf zweisprachigen Schildern noch lebendig. Das winzige, stille Dorf bewahrt Steinhäuser, eine kleine orthodoxe Kirche (die Panaghía tis Elládas), alte Brunnen und ein ethnografisches Museum zur bäuerlichen und hirtlichen Kultur. Von den Terrassen schweift der Blick das Tal entlang bis zum Meer. Gallicianò ist der ideale Ort, um zu verstehen, was es heißt, Grieche Kalabriens zu sein — zwischen echter Gastfreundschaft, traditioneller Musik und einer rauen, faszinierenden Landschaft.

Roghudi, Chorìo und die Geisterdörfer

Roghudi Vecchio ist eines der eindrucksvollsten Geisterdörfer Kalabriens: auf einer über das Flussbett der Amendolea ragenden Felszunge erbaut, wurde es nach den Überschwemmungen von 1971 und 1973 verlassen, als man die Bewohner an die Küste umsiedelte. Heute bleiben leere Häuser, stille Gassen und eine schwebende Atmosphäre, zusammen mit dem nahen Chorìo di Roghudi. Rund um den Ort finden sich legendäre Felsformationen wie die „Drachenfelsen“ und der „Milchfelsen“, verbunden mit Geschichten von Hirten und Zauberinnen. Zwischen diesen Ruinen zu wandeln, mit dem Wind und dem fernen Rauschen des Flussbetts, ist ein intensives, zeitloses Erlebnis.

Felsen, Flussbetten und die Natur der Amendolea

Die Landschaft des griechisch-kalabrischen Gebiets wird von den Fiumare geprägt, den breiten Schotterbetten, die vom Aspromonte zum Meer hinabziehen, und von Felsen fantastischer Formen. Der „Drachenfelsen“ mit seinen riesigen Blöcken und der „Milchfelsen“ sind mit lokalen Legenden verbunden und Ziele von Wanderungen zwischen Pfaden, Ruinen und Panoramen. Weiter oben bietet der Nationalpark Aspromonte Wälder, Wasserfälle und Gipfel, von denen man an klaren Tagen den Ätna sieht. Ein für Trekking ideales Gebiet und für alle, die ein authentisches, wildes Kalabrien suchen: Am besten mit passendem Schuhwerk, Wasser und auf weniger markierten Wegen mit einem ortskundigen Führer.

Das griechisch-kalabrische Gebiet besuchen und wo übernachten

Das griechisch-kalabrische Gebiet erkundet man mit dem Auto von Reggio Calabria aus: Man folgt der ionischen Küste bis Condofuri oder Melito und steigt dann über die Bergstraßen nach Gallicianò, Roghudi und Bova hinauf. Die Straßen im Landesinneren sind eng und kurvig, daher fährt man am besten vorsichtig, plant langsame Fahrten ein und informiert sich vorab über Straßen und Wege. Im Sommer findet hier das Festival Paleariza statt, der grecanischen Musik und Kultur gewidmet. Um diese Dörfer in Ruhe zu erkunden, ist ein Ferienhaus an der Küste von Reggio oder an der Costa Viola die ideale Basis: tagsüber das Meer in der Nähe und Dörfer im Hinterland zum Entdecken. Prüfen Sie die Verfügbarkeit und senden Sie uns eine Anfrage.