Cittanova: der botanische Stadtpark, das Schachbrett-Zentrum und das Tor zum Aspromonte
Eingebettet in die Ebene von Gioia Tauro, wo die Olivenhaine zu den ersten Hängen des Aspromonte ansteigen, ist Cittanova ein elegantes, geordnetes Städtchen abseits des Massentourismus. Sein Herz ist die Villa Comunale, einer der reichsten historischen botanischen Gärten Süditaliens, mit monumentalen Bäumen und exotischen Arten, die vor über einem Jahrhundert gepflanzt wurden.
Das schachbrettartige Zentrum, nach dem Erdbeben von 1783 streng geometrisch wiederaufgebaut, erzählt von einem Neubeginn aus Adelspalästen, breiten Alleen und schattigen Plätzen. Von hier steigen die Straßen zum Pian dello Zomaro und in die Wälder des Aspromonte-Nationalparks hinauf: ein ruhiger Ausgangspunkt für alle, die Natur, Kultur und die Aromen von Olivenöl und Zitrusfrüchten suchen.
Die Villa Comunale und das Schachbrett-Zentrum
Das Wahrzeichen von Cittanova ist seine Villa Comunale, ein großer historischer Garten aus dem 19. Jahrhundert, der als einer der bedeutendsten botanischen Gärten Süditaliens gilt. Entlang der schattigen Alleen wachsen Libanonzedern, Palmen, Magnolien, Ginkgos und exotische Pflanzen neben mediterranen Arten – ein zu jeder Jahreszeit angenehmer Spaziergang. Ringsum erstreckt sich das schachbrettartige Zentrum, Ergebnis des geordneten Wiederaufbaus nach dem verheerenden Erdbeben von 1783: gerade, rechtwinklige Straßen, breite Alleen, Adelspaläste und das Rathaus an den Hauptplätzen. Ein Bummel zwischen Park und Hauptstraße zeigt auf einen Blick die rationale Stadtplanung, die Cittanova von den auf Felsen thronenden Dörfern der Umgebung unterscheidet.
Geschichte, Paläste und die Aromen der Ebene
Das heutige Cittanova entstand aus dem Willen zum Wiederaufbau nach der Katastrophe von 1783, als ein Erdbeben weite Teile Südkalabriens dem Erdboden gleichmachte. Die Adelsfamilien jener Zeit gaben dem Ort elegante Paläste, Kirchen und einen für die Epoche modernen Stadtgrundriss. Sehenswert ist das Naturhistorische Stadtmuseum, das naturkundliche Sammlungen zur Region und zum Aspromonte bewahrt. Das Leben des Ortes wird von der Landwirtschaft der Ebene von Gioia Tauro geprägt: Die Olivenhaine liefern ein hochwertiges natives Olivenöl extra, die Zitrushaine duftende Orangen und Clementinen. In den Läden und Trattorien findet man die Erzeugnisse des kalabrischen Bodens, vom Brot bis zum neuen Öl, in einer echten, entspannten Gastfreundschaft.
Hinauf zum Aspromonte: der Zomaro und die Wälder des Parks
Cittanova ist eines der natürlichen Tore zur Westseite des Aspromonte. Vom Ort steigen die Straßen in wenigen Kilometern zum Pian dello Zomaro hinauf, einer kühlen, schattigen Hochebene auf etwa tausend Metern, ein idealer Ausgangspunkt für Spaziergänge und Wanderungen. Weiter oben betritt man den Aspromonte-Nationalpark, zwischen Buchen- und Pinienwäldern und Pfaden durch eines der wildesten Gebiete des südlichen Apennins. Ein perfektes Terrain zum Wandern, um im Sommer Kühle zu suchen und die Tier- und Pflanzenwelt der kalabrischen Berge zu entdecken. In Richtung Limina und der inneren Pässe öffnen sich Ausblicke, die von der Ebene bis zum Meer reichen: Die Natur ist hier zum Greifen nah und doch fühlt man sich weit weg von allem.