Delianuova: zwei Dörfer, grüner Stein und Wege im Aspromonte

Delianuova liegt am Fuß des Aspromonte, dort wo die Piana di Gioia Tauro in Bergwälder übergeht: ein Ort auf rund siebenhundert Metern Höhe, erst seit 1878 eine einzige Gemeinde, als ein königliches Dekret vom 27. Januar zwei getrennte Ortschaften, Pedavoli und Paracorio, unter einem neuen Namen vereinte.

Dieser doppelte Ursprung zeigt sich noch heute in den Kirchen San Nicola und Mariä Himmelfahrt, in den Gassen der Altstadt und in den Portalen aus grünem Stein, dem örtlichen Serpentinit, den Steinmetze bis 1933 bearbeiteten. In der Piazza Leuzzi erzählt das Virtuelle Garibaldi-Museum ein jüngeres Kapitel, den Aspromonte-Feldzug von 1862, als Giuseppe Garibaldi unweit von hier gestoppt und verwundet wurde.

Außerhalb des Ortskerns wechselt die Landschaft rasch: Kastanien- und Buchenwälder steigen zum Nationalpark Aspromonte hinauf, mit Wegen bis hinauf zum Montalto. Ein Ort, den man am besten zu Fuß entdeckt, zwischen einem geschnitzten Portal und dem Beginn eines Bergpfads.

Pedavoli und Paracorio: ein Ort aus zwei Dörfern

Delianuova besteht erst seit 1878 als eine einzige Gemeinde, doch der heutige Ort trägt noch die Spuren zweier getrennter Zentren: Pedavoli und Paracorio. Ein königliches Dekret vom 27. Januar 1878 besiegelte ihre Vereinigung, und ab dem 1. Mai desselben Jahres trug die neue Gemeinde den Namen Delianuova. Das früheste Dokument, das Pedavoli belegt, stammt aus dem Jahr 1051, als der Ort bereits Wassermühlen und Getreidefelder besaß. Paracorio dagegen entstand als Zufluchtsort weiter oben am Hang, gegründet von Menschen, die das antike Delia bei der heutigen Bova Marina verließen, um den Überfällen an der Küste zu entkommen. Die beiden Gemeinschaften sind noch heute an den Kirchen ablesbar: San Nicola di Bari gehört zur Geschichte Pedavolis, die Kirche Mariä Himmelfahrt zu jener Paracorios. Wer durch die ansteigenden Gassen und steinernen Innenhöfe der Altstadt geht, wechselt bis heute ohne klare Grenze von einem Zentrum ins andere.

Der grüne Stein, das Zeichen an jeder Ecke

In Delianuova fällt an einem Portal oder Brunnen häufig eine Farbe auf, die vom üblichen Grau der Steine abweicht: der grüne Serpentinit, der über Generationen im Steinbruch von Cotripa gebrochen und von örtlichen Steinmetzen bis 1933 bearbeitet wurde. Aus diesem Stein entstanden Portale mit monolithischen Türstürzen, geschnitzte Balkonkonsolen sowie die Treppen der Kirche San Nicola und der Piazza Leuzzi. An manchen älteren Portalen erkennt man noch apotropäische Masken, geschnitzte Gesichter, die der Überlieferung nach Unglück vom Haus fernhalten sollten, ein Motiv, das hier seit dem 17. Jahrhundert vorkommt. Von den ursprünglich vier öffentlichen Brunnen überstand nur einer das Erdbeben von 1783, das Paracorio zerstörte. Diesen Spuren ohne feste Karte durch den Ort zu folgen, ist der einfachste Weg zu verstehen, warum der Stein in Delianuova eine auf den Fassaden geschriebene Geschichte ist.

Kastanien- und Buchenwälder zum Nationalpark

Delianuova gehört zu den Gemeinden im Nationalpark Aspromonte, und der Unterschied zeigt sich, sobald man den Ort verlässt: Ölbaumhügel weichen bald Kastanien- und Buchenwäldern, mit Abschnitten aus Weißtanne und Steineiche weiter oben. Ein Orientierungspunkt für Wanderer ist die kleine Chiesetta della Madonna della Salute, am Eingang der Wege, die ins obere Tal hinaufführen. Von hier aus beginnen anspruchsvollere Routen, etwa die Wanderverbindung zwischen Bova und Delianuova sowie die Wege zum Montalto, dem höchsten Gipfel des Massivs. Das sind keine Spaziergänge, die man auf die leichte Schulter nehmen sollte: Man braucht eine aktuelle Wegspur, Wanderschuhe, ausreichend Wasser und muss die Wetterbedingungen prüfen, denn der Wald ändert Höhe und Mikroklima schnell. Für einen kürzeren Ausflug bietet das Netz markierter Wege auf der Westseite des Parks weniger anspruchsvolle Alternativen, in derselben Landschaft aus Buchenwäldern und Kastanienhainen.

Das virtuelle Garibaldi-Museum und die Ereignisse von 1862

An der Piazza Leuzzi, im Herzen von Delianuova, befindet sich das Virtuelle Garibaldi-Museum, das im Januar 2011 im Rahmen der Feiern zum 150. Jahrestag der italienischen Einigung eröffnet wurde. Der multimediale Rundgang erzählt den Aspromonte-Feldzug von 1862 anhand der Multivision Aspromonte 1862 von Aldo Di Russo, mit Material der Stiftung Spadolini Nuova Antologia in Florenz und des Zentralmuseums des Risorgimento in Rom. Am 29. August jenes Jahres wurde Giuseppe Garibaldi, der Freiwillige Richtung Rom anführte, von Bersaglieri der königlichen Armee auf dem Massiv gestoppt, zwischen Gambarie und Sant'Eufemia d'Aspromonte: von zwei Karabinerschüssen an Hüfte und Knöchel getroffen, wurde er vor Ort erstversorgt und anschließend nach Scilla gebracht. Die Episode, eine der meistdiskutierten des italienischen Risorgimento, ist bis heute einer der Gründe, warum man nach Delianuova kommt, um sie anhand von Stimmen, Bildern und zeitgenössischen Dokumenten im Museum nachzuvollziehen.

Die Feste von San Nicola und Mariä Himmelfahrt, der Wald im Herbst

Die beiden Patronatsfeste von Delianuova spiegeln noch heute die doppelte Herkunft des Ortes wider: Am 6. Dezember feiert man San Nicola di Bari, den Heiligen Pedavolis, und am 15. August das Fest Mariä Himmelfahrt, das zu Paracorio gehört. Um diese beiden Termine herum werden die Prozessionen und die wichtigsten Gemeinschaftsmomente des Jahres organisiert, einer im Winter, einer im Hochsommer. Auch im Herbst ändert sich der Rhythmus des Ortes, wenn die umliegenden Wälder zur Kastaniensammlung einladen, der Frucht, die diese Gegend am meisten prägt: jahrhundertealte Kastanienhaine bedecken einen Großteil des westlichen Parkhangs und lieferten über Generationen sowohl Nahrung als auch Holz. In derselben Zeit, nach den Regenfällen, liefert das Unterholz Pilze, die die Einwohner nach lokaler Tradition sammeln.

Anreise nach Delianuova

Mit dem Auto ist die günstigste Ausfahrt auf der Autobahn A2 del Mediterraneo jene von Gioia Tauro, sowohl aus dem Norden als auch aus dem Süden. Von dort steigt man landeinwärts über Cannavà und Castellace, dann Richtung Scido bis Delianuova, ein Anstieg von rund dreißig Kilometern durch Olivenhaine und zunehmend dichte Wälder. Von Reggio Calabria aus dauert die Fahrt etwas mehr als eine Stunde, über malerische Serpentinen durch eine Landschaft, die rasch an Höhe gewinnt. Der nächste Bahnhof ist jener von Gioia Tauro an der Tyrrhenischen Linie, von wo man mit dem Auto oder örtlichen Verbindungen weiterfährt. Die relevanten Flughäfen sind Reggio Calabria und Lamezia Terme, beide mit der Küste durch Mietwagen, Zug oder Bus Richtung Gioia Tauro verbunden. Ein eigenes Fahrzeug lohnt sich, denn nur so lässt sich in Ruhe zwischen Ort, Wanderwegen und den nahen Dörfern der Piana pendeln.

Was man rund um Delianuova sehen kann

Von Delianuova aus erreicht man rasch weitere Bezugspunkte des westlichen Aspromonte und der Piana. Sant'Eufemia d'Aspromonte, an derselben Route von der Küste her, ist der nächstgelegene Ort und ein guter Stützpunkt für alle, die weiter ins Landesinnere wollen. Oppido Mamertina bewahrt ein archäologisches und religiöses Erbe, das das Bild der lokalen Geschichte vervollständigt, während Gambarie d'Aspromonte, weiter oben gelegen, das bekannteste Tor zum Nationalpark ist und zudem mit denselben Ereignissen von 1862 verbunden ist, die im Museum von Delianuova erzählt werden. Auf dem Weg hinunter zur Piana di Gioia Tauro bietet Cittanova eine Altstadt mit zahlreichen Sakralbauten und einen anderen, städtischeren Rhythmus. Vor der Abfahrt lohnt sich ein Halt an einem der Aussichtspunkte entlang der Straße, um den Aspromonte, das grüne Herz der Provinz Reggio Calabria, in seinem wildesten Teil zu betrachten.

Wo übernachten: Ferienwohnungen bei Delianuova

Delianuova lässt sich gut an einem Tag von einer Ferienwohnung an der Costa Viola aus besuchen, dem Küstenabschnitt keine Autostunde entfernt, der das Meer mit der idealen Basis für Ausflüge in den Aspromonte verbindet. Das ist besonders praktisch, wenn du mit der Familie oder in kleiner Gruppe unterwegs bist: Eine Zweizimmerwohnung oder Ferienwohnung gibt dir die zeitliche Freiheit, die ein Hotel nicht immer bietet, mit eigener Küche, um die Tage zwischen Strand am Vormittag und Bergpfaden oder Dörfern am Nachmittag zu gestalten. Von einer Basis bei Palmi aus kannst du in Ruhe zwischen der Altstadt von Delianuova, den Wegen zum Nationalpark und den Stränden der Costa Viola wechseln, ohne dich jeden Tag zwischen Meer und Bergen entscheiden zu müssen. Prüfe die Verfügbarkeit und schick uns eine direkte Anfrage: Wir helfen dir, die passende Wohnung für deine Gruppe zu finden.

Häufige Fragen zu Delianuova

Wie weit ist Delianuova vom Meer entfernt?
Der nächste Küstenabschnitt ist jener der Piana und der Costa Viola: von dort steigt man auf rund dreißig Kilometern Bergstraße nach Delianuova hinauf, derselben, die zur Autobahnausfahrt Gioia Tauro führt.

Wann wird der Schutzpatron von Delianuova gefeiert?
Am 6. Dezember, dem Fest von San Nicola di Bari, dem Patron Pedavolis. Am 15. August feiert die Gemeinde hingegen Mariä Himmelfahrt, das Fest, das das andere historische Zentrum, Paracorio, vertritt.

Was erzählt das Virtuelle Garibaldi-Museum?
Den Aspromonte-Feldzug von 1862, als Garibaldi zwischen Gambarie und Sant'Eufemia d'Aspromonte von Bersaglieri der königlichen Armee gestoppt und verwundet wurde, anhand von Dokumenten, Bildern und der Multivision Aspromonte 1862.

Woher kommt der Name Grüner Stein?
Vom grünen Serpentinit, der im Steinbruch von Cotripa gebrochen und von örtlichen Steinmetzen bis 1933 bearbeitet wurde: Man findet ihn noch an Portalen, Treppen und Brunnen der Altstadt.

Welche Autobahnausfahrt liegt am nächsten zu Delianuova?
Die Ausfahrt Gioia Tauro auf der A2 del Mediterraneo, sowohl aus dem Norden als auch aus dem Süden: von dort steigt man über Cannavà, Castellace und Scido landeinwärts.

Gehört Delianuova zum Nationalpark Aspromonte?
Ja, das Gemeindegebiet liegt innerhalb des Parks und ist einer seiner westlichen Zugangspunkte, mit Kastanien- und Buchenwäldern sowie Wegen ins obere Tal und zum Montalto.