Delianuova: das Kirschendorf am Fuße des Aspromonte
Auf etwa 600 Metern Höhe gelegen, wo die letzten Oliventerrassen den Wäldern weichen, ist Delianuova eines der natürlichen Tore zum Nationalpark Aspromonte. Das Dorf in der Provinz Reggio Calabria entstand aus dem Zusammenschluss zweier alter Weiler und bewahrt bis heute eine beschauliche Atmosphäre aus engen Gassen, schattigen Plätzen und Glockentürmen, die zwischen den Dächern aufragen.
Es ist das Dorf der Kirschen, der frischen Bergluft und der Pfade, die zum Montalto und zum Monolithen Pietra Cappa hinaufführen. Wer Stille, Natur und echte Traditionen sucht, findet hier einen idealen Ausgangspunkt, um das Herz des Aspromonte fernab der Menschenmengen an der Küste zu erkunden.
Das Dorf und seine Kirchen
Die Altstadt von Delianuova entdeckt man am besten zu Fuß und verliert sich in engen Gassen, Treppen und steinernen Innenhöfen, in denen die Zeit langsamer zu vergehen scheint. Das religiöse Herz des Dorfes ist die Kirche Maria SS. Assunta, weit und lichtdurchflutet, neben der Kirche San Nicola di Bari: Gemeinsam erzählen sie von der tiefen Frömmigkeit einer Gemeinschaft, die ihre Feste und Prozessionen noch immer mit Inbrunst lebt. Beim Bummeln entdeckt man Handwerksläden rund um die Holzverarbeitung, eine alte Berufung des zwischen den Wäldern entstandenen Dorfes. Ein Ort, den man langsam genießen sollte – mit einer Pause auf dem Platz im Schatten der Glockentürme oder dem Duft von Brot und Süßigkeiten, die zu den Festtagen gebacken werden.
Der Aspromonte, Pietra Cappa und die Natur
Von Delianuova tritt man mitten in den Nationalpark Aspromonte ein, zwischen Buchenwäldern, Tannen und Lichtungen, auf denen im Herbst Pilze und Kastanien gesammelt werden. Pfade führen zu den höchsten Gipfeln hinauf, bis zum Montalto, von dem aus der Blick die beiden Meere Kalabriens umfasst. Etwas weiter südlich erhebt sich Pietra Cappa, ein riesiger Sandstein-Monolith, der als einer der größten Europas gilt: eine Felswand, die wie ein stiller Riese aus dem Wald ragt – ein beliebtes Ziel für Wanderer und Kletterer. Eine noch unberührte Natur aus Bächen, Blüten und Stille, ideal für alle, die Trekking, frische Luft und Höhenpanoramen fernab der Hitze der Küste suchen.
Anreise nach Delianuova
Mit dem Auto erreicht man Delianuova über die Autobahn A2 „del Mediterraneo“: von der Ausfahrt Bagnara oder Gioia Tauro fährt man ins Landesinnere über die Straßen, die durch die Dörfer der Piana und des Aspromonte führen. Von Reggio Calabria dauert die Fahrt gut eine Stunde, durch malerische Serpentinen und wechselnde Landschaften, vom Olivenhain bis zum Wald. Sant’Eufemia d’Aspromonte ist das Nachbardorf entlang derselben Route. Die günstigsten Flughäfen sind Reggio Calabria und Lamezia Terme; der nächste Bahnhof liegt an der Tyrrhenischen Küste, von wo es mit dem Auto oder lokalen Verbindungen weitergeht. Ein eigenes Fahrzeug empfiehlt sich, um die Wege und die bergige Umgebung in Ruhe zu erkunden.